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Haringer, Jakob

H.A.M. 0

Jakob (eigtl. Johann Franz Albert) Haringer
Schriftsteller


Geb. 16. 3. 1898 in Dresden
Gest. 3. 4. 1948 in Zürich/ Schweiz


„… So dir
Auch Vögel zwitschern, Herbstblumen und Mai erglühn —
Freund, wie arm dies alles — Der Freuden
Göttlichste ist ein Menschenherz. Ach das war
Das alte Lied, du liebst mich noch … schöne Kinderchen mit Lauten,
Purzeln über die märzlichen Anlagen. Ein Hirte
Der Ziegen seine Sorgen anvertraut; vertönt
Das letzte Gold eines Knabenhimmels. Im Sarg
Schläfst du vorm Haus der untreuen Liebsten,
Herbstlich zittert´s letzte Gesträuch wie ein Menschenherz ohne Trost und Tag
Das Eismeer der Narrnis erfriert dich Verbrannter
Es ist keine Stunde mehr, wo du der ganzen Welt verzeihst
Und silbernes Flüstern eines verlorenen Paradieses, der
Liebe letztes Lebewohl. Es nebelt —
Erst am Abend funkeln Lichtlein auf —
In den Stunden des Glückes hast du Genossen und Frauen,
In den Gewittern des Narrens weinst du
Verzweifelnd allein.“

(Jakob Haringer: „Prolog zum Sterben“, 1926)


Dieser Johann (Jan) Jakob Haringer, war den Spiessbürgern ein Dorn im Auge wegen seines unsteten Lebens. Mit der bürgerlichen Ordnung hielt er es auch nicht, kam immer wieder in Konflikt mit der Staatsgewalt. Hätte er nicht Freunde gehabt, die diesem Schriftsteller unter die Arme griffen, also halfen, wäre er vermutlich nicht dem Zugriff der Behörden entkommen…


Er war ein schwieriger, eigenwilliger Zeitgenossen, von Weltschmerz gepeinigt, schrieb expressionistische Lyrik, Prosa und Essays voller Empfindungstiefe und Phantasie, gestaltete die deutsche Sprache, wie es ihm gefiel: Mal von großer Schlichtheit, mal mit geradezu bombastischen Wortorgien. Haringer übersetzte aus dem Französischen und dem Chinesischen, schrieb für Zeitungen und Zeitschriften, denn vom Schöngeistigen konnte er nicht leben. 1930 hatte er Deutschland verlassen, wo die Nazis sich zunehmend ausbreiteten, war nach Aigen bei Salzburg retiriert, um 1938 in die Schweiz zu emigrieren.


Hauptwerke:

Hain des Vergessens, Gedichte, 1919; Abendbergwerk, Prosa, 1920; Weihnachten im Armenhaus, Essay, 1925; Vermischte Schriften, 1935; Lieder eines Lumpen, Gedicht, hrg. 1962.


Links (deutsch):

http://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_Haringer

http://www.adlexikon.de/Jakob_Haringer.shtml

http://www.salmoxisbote.de/Bote32/Zarek.htm

http://www.salmoxisbote.de/Bote32/Haringer3.htm

http://www.buchversand1.de/buch_86/haringer_j.html

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