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Peroutka, Ferdinand

H.A.M. 0

Ferdinand Peroutka

Schriftsteller, Dramaturg und Publizist

Geb. 06.02. 1895 in Prag/ Österreich-Ungarn

Gest. 20.04. 1978 in New York/ USA


Im Kriegsjahr 1913 verlässt er das Gymnasium in Prag-Vinohrady ohne Abitur und arbeitet als Gelegenheits-Publizist. Drei Monate nach Gründung der Tschechoslowakei beginnt Ferdinand Peroutka seine Mitarbeit in der jüdischen Zeitung ‘Rozvoj‘. 1919 erhält er von der Verlagsleitung das Angebot, die Aufgabe des verantwortlichen Redakteurs in der neuen Zeitung ‘Tribuna‘ zu übernehmen, die damals neben ‘Lidové noviny‘ zu den unabhängigsten Zeitungen des Landes gehört und für die auch u.a. Jaroslav Hašek (“Der brave Soldat Schwejk“) und Karel Poláček Beiträge schreiben.


Am 17. Januar 1924 wechselt Peroutka als Chefredakteur zur neu aufgelegten Zeitung ‘Přítomnost‘, einem parteinahen Blatt, das, von Präsident Tomáš Masaryk finanziell unterstützt, sehr bald auch zahlreiche renommierte Journalisten, Korrespondenten und Literaten zu seinen Autoren zählt, unter ihnen der Wiener Verleger {ln:Kraus, Karl ‚Karl Kraus}, Außenminister Kamil Krofta sowie die Schriftsteller Karel Čapek, František Langer und Fráňa Šrámek. Innerhalb von drei Jahren gehört die Wochenzeitung zu den beliebtesten Publikationen in Tschechien.


Präsident Masaryk beruft Peroutka zu seinem Sprecher, und aus der engen beruflichen Beziehung wird bald eine persönliche Freundschaft. Auch zum 1935 gewählten Präsidenten Edvard Beneš pflegt der Journalist eine äußerst enge Beziehung und verteidigt die Ansichten des von ihm verehrten Politikers vehement. Der (von 1924 bis 1939) politische Kommentator der Zeitung ‘Lidové noviny‘ wird im Gefolge der Besetzung der Tschechoslowakei durch die Truppen Nazi-Deutschlands, nicht zuletzt aufgrund seiner jüdischen Abstammung, in die Konzentrationslager Dachau und Buchenwald deportiert. Peroutka überlebt das Grauen und setzt unvermittelt nach seiner Befreiung aus dem KZ 1945 seine journalistische Tätigkeit fort, zuerst als Chefredakteur für die Tageszeitung ‘vobodné noviny‘ (bis 1948) sowie ab 1946 auch für die Wochenzeitschrift ‘Dnešek‘ (ebenfalls bis 1948).


Im Laufe der Zeit wandelt sich der “Vater des tschechischen Journalismus“ mehr und mehr zu einem Kritiker und schlussendlich entschiedenen Gegner des Kommunismus. 1948 verlässt Ferdinand Peroutka die Tschechoslowakei und geht ins Exil. Zuerst nach Großbritannien, später in die Vereinigten Staaten von Amerika. Von 1951 bis 1961 leitet er die tschechische Abteilung des (im wesentlichen mit US-Mitteln finanzierten) Senders ‘Radio Free Europe‘ in München.


Mit der nach ihm benannten Auszeichnung werden seit 1995 Persönlichkeiten für ihre außerordentliche journalistische Arbeit gewürdigt. Zu den Preisträgern des Jahres 2013 zählt, neben Jiří Peňás, der 1931 in Prag geborene Literaturwissenschaftler, Redakteur und Lektor {ln:Klíma, Ivan ‚Ivan Klíma}.


Quellen:

{ln:nw:http://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Peroutka }

{ln:nw:http://www.ferdinandperoutka.cz/?pname=cena }


Links (deutsch):

{ln:nw:https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=119357453 }


International:

{ln:nw:http://www.oac.cdlib.org/findaid/ark:/13030/kt0r29r54s/ }

volume_up{ln:nw:http://www.radio.cz/en/section/czechs/ferdinand-peroutka-the-father-of-czech-journalism }

{ln:nw:http://en.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Peroutka }

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