Drücke „Enter”, um zum Inhalt zu springen.

Varoujan, Daniel

H.A.M. 0

Daniel Varoujan (eigtl. Tcheboukkiarian/ (Waruschan bzw. Taniel Varoujan)

Dichter

Geb.: 20.04. 1884 in Perknik (Sivas)/ Osmanisches Reich

Gest.: vermtl. 24.04. 1915 in Çankırı (Vilâyet Kastamonu)/ Osmanisches Reich


Varoujan, der später als einer der bedeutendsten armenischen Dichter des 20. Jahrhunderts gelten wird, gehört zu den ersten prominenten Opfern des von der osmanischen Regierung initiierten Völkermordes an den Armeniern, bei dem in den Jahren 1915/ 16 anderthalb Millionen Menschen ums Leben kommen. Bis heute verweigert die offizielle Türkei die Anerkennung dieses Genozids, und immer wieder werden Intellektuelle, die dies thematisieren, drangsaliert, darunter auch der türkische Literatur-Nobelpreisträger Orhan Pamuk. Am 19. Januar 2007 wird der seit langem von nationalistischen Kräften verfolgte türkisch-armenische Journalist Hrant Dink vor seiner Redaktion in Istanbul erschossen.


Seine Kindheit und Jugend verlebt Daniel Varoujan unweit von Sivas in Zentralanatolien. Ab 1886 besucht er in Konstantinopel die armenisch-katholische Mchitarian-Schule, geht 1906 an die Universität Gent in Belgien, wo er Philosophie und Schriftstellerei, Politikwissenschaften und Sozialwissenschaften studiert – und kehrt, mit dem Abschluss-Diplom in der Tasche, anschließend als Grundschullehrer wieder in seinen Geburtsort zurück. Im Jahre 1914 gründet Daniel Varoujan, gemeinsam mit Gostan Zarian, Hagop Oshagan, Aharon Parseghian und Kegham Parseghian, die literarische Zeitschrift “Mehian“ (“Tempel“).


Am 24. April 1915 wird der Dichter, wie mit ihm etwa 200 andere armenische Intellektuelle, nahe Konstantinopel von Vertretern der osmanischen Regierung festgenommen und entweder unmittelbar nach der Ankunft im Gefangenenlager Çankırı oder in einer Schlucht auf dem Weg von dort nach Ankara ermordet. Diese Aktionen sind der Auftakt zum Völkermord an den Armeniern, dem die europäischen Nationen tatenlos zuschauen. Nur wenige sind es, die dies anklagen oder thematisieren, darunter der deutsche Schriftsteller Armin T. Wegner, der als Sanitätsoffizier unter Feldmarschall Freiherr von der Goltz in Ost-Anatolien zum Zeitzeugen der Geschehnisse wird und die unbeschreiblichen Leiden des armenischen Volkes fotografisch und später auch literarisch dokumentiert. Auch Schriftsteller wie Franz Werfel und Edgar Hilsenrath setzen später mit ihren Werken diesem ersten organisierten Völkermord des 20. Jahrhunderts ein literarisches Andenken.


In der Bibliothekshalle der Universität von Gent erinnert heute eine Tafel an den großen armenischen Dichter und ehemaligen Studenten Daniel Varoujan.


Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Waruschan

http://www.poemhunter.com/daniel-varoujan/biography/


Links (deutsch):

http://www.poemhunter.com/daniel-varoujan/biography/


International:

http://armenianhouse.org/varujan/varujan-en.html

http://haybook.wordpress.com/poetry/

http://armenian-poetry.blogspot.fr/2009/11/daniel-varoujan-at-ghent-universitys.html

http://www.bibliomonde.com/auteur/daniel-varoujan-2079.html

http://www.netarmenie.com/culture/poesie/varouj.php

http://users.freenet.am/~soulist/index3.html

http://www.umd.umich.edu/dept/armenian/literatu/index.html.

Die Kommentare sind deaktiviert.