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Schaffer-Bernstein, Jenny

H.A.M. 0

Jenny (Eugenie) Schaffer-Bernstein

Schauspielerin

 

Geb. 27.07. 1888 in Wien/ Österreich-Ungarn

Gest. 1943 im KZ Auschwitz


Ihre erste Bühnenerfahrung macht sie feranab ihrer Geburtsheimat, am Berliner Theater, bei dessen Leiter sie sich während eines Gastspielaufenthaltes in Wien zum Vorsprechen meldet – und als Volontärin angenommen wird. Sie geht mit nach Berlin, erhält Schauspielunterricht bei Ludwig Hartau, bis zwei Monate später Max Reinhardt sie zu sich holt und ihr die Schauspielerin Tilla Durieux als Lehrerin zur Seite stellt.


Die offizielle Bühnenlaufbahn der Jenny Schaffer beginnt im Februar 1911 an dem von Reinhardt geleiteten Deutschen Theater mit kleinen und mittelgroßen Rollen. Sie spielt eine Elfe in Shakespeares ‚Sommernachtstraum‘, die Wendla Bergmann in Wedekinds ‚Frühlings Erwachen‘ und eine Nymphe in Goethes ‚Faust‘. Ein halbes Jahr später wechselt sie für zwei Spielzeiten an das soeben gegründete ‚Neue Theater‘ in Frankfurt am Main, wo sie auch ihren Schauspieler-Kollegen und späteren Ehemann   Otto Bernstein kennenlernt.


Im August 1913 wechselt die Künstlerin ans Königliche Hoftheater nach Dresden, wo sie bis Ende des Ersten Weltkrieges bleiben wird. 1919 folgt Jenny Schaffer-Bernstein einem Ruf ans Dresdner Schauspielhaus, wo sie in den Folgejahren an der Seite so renommierter Kollegen wie Erich Ponto, Adolf Wohlbrück , Martin Hellberg und Ernst Josef Aufricht, dem späteren Leiter von Berlins Theater am Schiffbauerdamm, auf der Bühne steht.


Die Machtübernahme der Nationalsozialisten beendet 1933 schlagartig die zwanzig Jahre währende Karriere der jüdischen Schauspielerin in der Elbmetropole. Jenny-Schaffer-Bernstein wird, ebenso wie ihr Mann, vom Spielbetrieb ausgeschlossen und kehrt daraufhin nach Berlin zurück. Der soeben gegründete Jüdische Kulturbund wird ihr hier zur neuen künstlerischen Heimat, und hier gibt Jenny Schaffer-Bernstein  ihren Einstand als Sittah in Lessings ‚Nathan der Weise‘. Ihre schauspielerische Bandbreite in den kommenden acht Jahren reicht von Sophokles über Shakespeare und Molière, Arthur Schnitzler, Bruno Frank, George Bernard Shaw, Friedrich Hebbel, Ferenc Molnar bis zu Henrik Ibsen und Carlo Goldoni. Ihren letzten Auftritt hat die Künstlerin im Juni 1941 in dem Stück ‚Señor Alan aus dem Fegefeuer‘.


Nach Schließung dieser letzten noch jüdischen Künstlern offenstehenden Einrichtung im Deutschen Reich im September 1941 wird die bereits 1934 aus der Reichstheaterkammer entlassene Jenny Schaffer-Bernstein als Arbeiterin zwangsverpflichtet und dem Glühbirnenkonzern Osram zugeteilt. Als die große Deportationswelle im Frühjahr 1943 die noch in Berlin verbliebenen Juden erfasst, wird das Ehepaar Bernstein ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert und dort kurz nach der Ankunft vergast.


Quelle:

http://de.wikipedia.org/wiki/Jenny_Schaffer-Bernstein


Links (deutsch):

http://www.juden-in-mittelsachsen.de/shalom/jenny_schaffer_bernstein.html

http://www1.uni-hamburg.de/exillit/neueversion/datenbanken/generalliste/generalliste_s-u.pdf

http://jd-f.de/web/index.php?option=com_content&task=view&id=39&Itemid=10


International:

http://claude.torres1.perso.sfr.fr/GhettosCamps/MusiqueKulturbund.html

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