Drücke „Enter”, um zum Inhalt zu springen.

Fried, Erich

H.A.M. 0

Erich Fried
Schriftsteller, Journalist und Übersetzer


Geb. 6.5. 1921 in Wien/ Österreich
Gest. 22.11. 1988 in Baden-Baden


Aus dem Leben
bin ich
in die Gedichte gegangen

Aus den Gedichten
bin ich
ins Leben gegangen

Welcher Weg
wird am Ende
besser gewesen sein?

(Erich Fried: Ungewiß)


Der Vater ist Spediteur, die Mutter Grafikerin. Der junge Fried beginnt bereits als Gymnasiast mit dem Schreiben, ist Mitglied einer Kinderschauspieltruppe, bis der deutsche Einmarsch 1938 ihn „aus einem österreichischen Oberschüler in einen verfolgten Juden verwandelte.“

Erich Fried gelingt es noch, nach London zu fliehen und in den folgenden Monaten auch seine Mutter und mehr als siebzig andere Personen ins englische Exil zu retten. Sein Vater ist von der Gestapo ermordet worden.


Im englischen Exil hält sich Fried während der Kriegsjahre mit Gelegenheitsarbeiten als Bibliothekar, Milchchemiker, Fabrikarbeiter. über Wasser. Er wird Mitglied beim Freien Deutschen Kulturbund und Young Austria an, und schließt sich später auch dem Kommunistischen Jugendverband an , den er aber wegen dessen Stalinisierung bereits Mitte der vierziger Jahre wieder verläßt. In dieser Zeit erscheint mit Deutschland auch Frieds erster Gedichtband im Exilverlag des österreichischen PEN.


Nach dem Krieg wird Erich Fried Mitarbeiter an zahlreichen neugegründeten Zeitschriften, in den frühen fünfziger Jahren festangestellter politischer Kommentator der deutschsprachigen Sendungen der BBC. Eine Position, die Fried jedoch 1968 wegen der von ihm kritisierten unveränderten Kalten-Kriegs-Position der BBC aufgibt.

Bereits Ende der fünfziger Jahre hat er sich mit der Übersetzung von Dylan Thomas‘ ersten größeren Gedichtband (Gedichte, 1958) und dessen einzigem Roman (Ein Soldat und ein Mädchen, 1960) einen Namen gemacht. In den frühen sechziger Jahren folgen die ersten Shakespeare-Übersetzungen und Fried wird 1963 Mitglied der Gruppe 47 (zu deren Treffen u.a. auch Alfred Andersch, Paul Celan, Uwe Johnson, Erich Kästner, Marcel Reich-Ranicki, Hans Sahl und Peter Weiss kommen).


Erste Überlegungen, von London nach Österreich oder Deutschland zu übersiedeln, verwirft Erich Fried angesicht der Restauration in den 50er und 60er Jahren jedoch bald wieder.

1966 erscheint Frieds Gedichtband und Vietnam und, der eine langandauernde öffentliche Diskussion, auch mit Schriftstellerkollegen, über das politische Gedicht auslöst. Fried reist zu Vorträgen, Diskussions- und Solidaritätsveranstaltungen und nimmt immer wieder auch zu aktuellen politischen Fragen wie Pressekonzentration, dem Prager Frühling (1968) und zur Beziehung Israel-Palästina Stellung. Es folgen: Verleumdungen, Zensur und gerichtliche Klagen gegen den unbequemen Mahner.


1977 wird Erich Fried der Prix International des Editeurs für sein Buch 100 Gedichte ohne Vaterland verliehen, das im darauffolgenden Jahr in sieben Sprachen erscheint sein erstes erfolgreiche Buch wird, übertroffen lediglich von den 1979 erscheinenden Band Liebesgedichte. 1986 erscheinen – in Form von 29 Prosastücken – Frieds Erinnerungen unter dem Titel Mitunter sogar Lachen. Erst der über 60Jährige wird dann mit zahlreichen großen Literaturpreisen, wie dem Österreichischen Staatspreis und dem Georg-Büchner-Preis, ausgezeichnet. Erich Fried stibrt während einer Leserreise in arb am 22. November 1988 während einer Lesereise in Baden-Baden und wird auf dem Kensal Green in London beigesetzt.


Literatur: 

Gerhard Lampe: Ich will mich erinnern an alles was man vergißt. Erich Fried. Biographie und Werk. Köln: Bund-Verlag 1989

Volker Kaukoreit: Vom Exil bis zum Protest gegen den Krieg in Vietnam. Frühe Stationen des Lyrikers Erich Fried. Werk und Biographie 1938-1966. Darmstadt: Verlag Jürgen Häusser 1991

Erich Fried und Österreich. Bausteine zu einer Beziehung. Katalog v. Volker Kaukoreit u. Heinz Lunzer. Wien: Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur im Literaturhaus 1992 (= Zirkular, Sondernummer 33).

Steven W. Lawrie: Erich Fried. A Writer Without a Country. New York u. a.: Lang 1996 (= Austrian Culture, Vol. 24).

Erich Fried. Ein Leben in Bildern und Geschichten. Hg. von Catherine Fried-Boswell u. Volker Kaukoreit. Berlin: Wagenbach 1996.

Erich Fried. Eine Chronik. Leben und Werk: Das biographische Lesebuch. Hg. v. Christiane Jessen, Volker Kaukoreit und Klaus Wagenbach. Berlin: Wagenbach 1998 (= WAT 323).


Quelle:

Interationale Erich Fried Gesellschaft für Literaur und Sprache
(Literaturhaus Wien)
http://www.literaturhaus.at/autoren/F/fried


Links (deutsch):

http://www.erich-fried.de

http://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Fried

http://www.erichfried.de/Gedichtindex.htm

http://www.bezirksmuseum.at/alsergrund/page.asp/682.htm

http://www.onb.ac.at/sammlungen/litarchiv/bestand/sg/nl/fried.htm

http://www.literaturepochen.at/exil/lecturepage5020_2.html

http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_aut/frd/frd_0.htm

http://www.weberberg.de/skool/erich-fried.html

http://home.arcor.de/giv/infi/intifada.html

http://www.litlinks.it/f/fried_erich.htm

http://www.etk-muenchen.de/etk/etk_framemaker.php?content_id=4462&top_nav=literatur

http://www.zvab.com/angebote/erich-fried.html

http://www.wvberlin.de/data/inhalt/brand.htm

http://www.zum.de/Faecher/Materialien/dittrich/Lyrik/Die_Massnahmen.htm

http://www.literaturhaus.at/veranstaltungen/friedtage/buch/rosenstrauch.html

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.