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Auerbach, Erich

H.A.M. 0

Erich Auerbach
Literaturwissenschaftler

Geboren am  9. November 1892 in Berlin
Gestorben am13. Oktober 1957 in Wallingford, Connecticut, USA


„Mimesis“ gilt unter Fachleuten als eines der besten Bücher über Bücher. Ironie des Schicksals: Entstanden ist dieses Buch der Bücher aus Mangel an Büchern. Der Autor war  zwar bereits ein renommierter deutscher Literaturwissenschaftler, als er 1935 aus der Universitätsstadt Marburg emigrieren musste. Musste, weil er Jude war.


In der türkischen Metropüole, dem ehemaligen Konstantinopel, fand auch dieser Exilant gastfreundliche Aufnahme – wie so viele jüdische Wissenschaftler und andere Flüchtling aus Nazideutschland. Was er nicht fand waren Bibliotheken, die von Qualität und Quantität seinen Ansprüchen genügten.


So entstand 1938 „Mimesis“ – die Auerbachsche Literaturgeschichte, die von Homer bis Virginia Woolf die Kunst des realistischen Erzählens erkundet. Auerbach führte  in Anlehnung an einen antiken, von Augustinus gebrauchten rhetorisch-theologischen Begriff (Fleischwerdung des Wortes) den modernen Begriff der Figuration ein, der eng zusammenhängt mit dem Problem des Wechselverhältnisses von Wort und Bild als Darstellungsformen von (geschichtlicher) Wirklichkeit Mimesis. Dieser Frage widmet sich sein zweites, in Istanbul im Exil geschriebenes Hauptwerk. Dort zeigt er, wie die „tragische Fallhöhe“ durch den Alltagsrealismus eines Stendhal oder Balzac überwunden wird. Hier liegen auch die Grundlagen des Filmdramas.


Faszinierend an „Mimesis“ ist, dass der Autor in Istanbul weitgehend auf die Hilfe von Sekundärliteratur verzichten musste. Seine Literaturgeschichte war das Resultat eines jahrzehntelangen Nachdenkens über ein Thema in seinen Verwandlungen.


Werke:

  • Figura In: Archivum Romanicum Jg. 22, 1938, S. 436–489
  • Mimesis. Dargestellte Wirklichkeit in der abendländischen Literatur 9. Auflage. Francke, Bern 1994 (Erstausgabe 1946; erweiterte Aufl. seit 1959). Übersetzungen in derzeit 28 Sprachen (2009)
  • Literatursprache und Publikum in der lateinischen Spätantike und im Mittelalter ebd. 1958
  • Gesammelte Aufsätze zur romanischen Philologie 1967 (darin: Schriftenverzeichnis, S. 365 – 369)

Autor:

Hajo Jahn


Quelle:

Wikipedia

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