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Sauerlandt, Friedrich August Max

H.A.M. 0

Friedrich August Max Sauerlandt
Kunsthistoriker

Geb. 06.02. 1880 in Berlin
Gest. 01.01. 1934 in Hamburg


Nach seinem Studium an der Berliner Friedrich Wilhelms- (der heutigen Humboldt-)Universität arbeitet der promovierte Kunsthistoriker Sauerlandt als Assistent von  Justus Brinckmann, dem Spiritus Rector des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe, und wird bereits mit 28 Jahren zum Leiter des Städtischen Museums in Halle berufen, das unter seiner Ägide bis 1918 als erste öffentliche deutsche Kunstsammlung überhaupt junge Kunst sammelt, darunter Werke des Bildhauers Wilhelm Lehmbruck, und 1913 mit dem “Abendmahl“ ein Emil Nolde-Frühwerk aus dem Jahr 1909 ankauft.   


1919 wird Max Sauerlandt Nachfolger von Brinckmann, baut in der Folge den Bestand des Hamburger Hauses an Bildern des deutschen Expressionismus mit Werken von Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde sowie des ‚Brücke‘-Malers und Grafikers Karl Schmidt-Rottluff aus und unterstützt auch weniger bekannte Künstler wie den Bauhaus-Goldschmiedemeister Naum Slutzky . Sammeln wird zu Sauerlandts Passion, beruflich wie privat, und so entsteht mit der Zeit auch in seiner  Mietwohnung in der Loogestraße 26 eine umfangreiche Kollektion, darunter zahlreiche Reisemitbringsel, vor allem aber Bilder, die ihm Künstler-Freunde wie Nolde, Schmidt-Rottluff, Kirchner, Rolf Nasch und Gustav H. Wolff  aus Dankbarkeit für seine Unterstützung geschenkt haben.  


Am 30. Januar 1933 ergreifen die Nationalsozialisten in Deutschland die Macht. Anfang April wird Dr. Max Sauerlandt, einer der bedeutendsten und fortschrittlichsten Museumleiter seiner Zeit, auf Grundlage des Gesetzes “Zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“, zwangsbeurlaubt, nicht zuletzt wegen seines Engagements für die von den Nazis verfemte und als “entartet“ stigmatisierte  moderne Kunst. Der renommierte Kunsthistoriker erhält striktes Hausverbot in seinem eigenen Museum, verliert am 30. September 1933 seinen Lehrstuhl an der Hamburger Universität und die ihm 1930 übertragene komissarische Leitung der Landeskunstschule. Gleichzeitig erlischt Sauerlandts Mitgliedschaft in der Kommission der Hamburger Kunsthalle.


Am Neujahrstag 1934 verstirbt der nahmhafte Kunstförderer und -sammler im Alter von 53 Jahren an den Folgen eines Magenkarzinoms. Seine Sammlung zeitgenössischer Kunst im Hamburger ‚Museum für Kunst und Gewerbe‘ wird 1937 von den Nazis als “entartet“ beschlagnahmt, und nur der Initiative und dem Geschick seiner Ehefrau Alice ist es zu verdanken, dass Sauerlandts umfangreiche Privatsammlung  unentdeckt und damit der Nachwelt erhalten geblieben ist.


Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Sauerlandt

http://www.edition-lgc.de/sonst/archiv/0000012.htm

http://www.art-perfect.de/mkg_expressionismus_in_hamburg1920.htm


Links (deutsch):

http://www.kulturstiftung.de/publikationen/arsprototo/ausgaben/3-2009/wie-max-sauerlandt-und-alois-schardt-die-moritzburg-zum-schatzhaus-der-moderne-machten/

http://hv.spk-berlin.de/deutsch/presse/pdf/101108_2_PM_Ausstellung.pdf

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