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Frank, Rudolf

H.A.M. 0

Rudolf Frank (D),
Schriftsteller und Theatermann

Geboren am 16. September 1886 in Mainz
Gestorben am 25. Oktober 1979 in Basel/Schweiz


Rudolf Frank, um 1925. (Privatbesitz). Copyright: Vincent C. Frank-Steiner, Basel.Am 16. September 1886 wurde Rudolf Frank in Mainz geboren. Nach dem Abitur immatrikulierte er sich im Fach Jura und studierte in München, Zürich, Heidelberg und Berlin. 1908 promovierte Rudolf Frank an der Landesuniversität Giessen, wollte aber statt Jurist nun Schauspieler werden. Es gelang ihm bald schon ein Volontariat bei Max Reinhardt in Berlin zu beginnen. Prägend wurde sein Engagement am Hoftheater Meiningen, noch unter der Regentschaft des als „Theaterherzog“ bekannt gewordenen Herzogs Georg II. von Sachsen-Meiningen. Rudolf Frank führte hier erstmals Regie bei den Sommerfestspielen in Bad Lauchstädt. Neben der Theaterarbeit war er als Mitarbeiter der „Frankfurter Zeitung“ sowie als Schriftsteller, Übersetzer und Rezitator tätig.


Im ersten Weltkrieg kam Rudolf Frank an die Ostfront und wurde später nach Bukarest versetzt; hier leitete er während des Krieges für kurze Zeit das rumänische Nationaltheater. Nach dem Krieg, ab 1919, arbeitete er u.a. als Dramaturg und Regisseur in Darmstadt und Frankfurt; eine mögliche Berufung in seine Geburtsstadt Mainz kam nicht zustande. Ab 1921 arbeitete er an den Münchner Kammerspielen unter Otto Falckenberg, eine zweite, für sein künstlerisches Wirken prägende Phase. In München war es niemand anderes als Rudolf Frank, der die Volksschauspieler Karl Valentin und Liesl Karlstadt erstmals auf eine Theaterbühne brachte.


Bis 1933 war er an verschiedenen Bühnen, so in Mailand, Wien, Düsseldorf und Berlin sowie auch weiterhin als Autor tätig. Zu seinen bedeutendsten Arbeiten dieser Zeit gehört der Antikriegsroman „Der Schädel des Negerhäuptlings Makaua“.


Die Machtübertragung an die Nazis nahm Rudolf Frank jede weitere Arbeitsmöglichkeit in Deutschland. Noch 1933 wird er für 2 Monate in „Schutzhaft“ genommen, einige seiner Bücher stehen auf den Listen für die Bücherverbrennung und wurden aus allen Bibliotheken entfernt. Die Gesetze des Hitlerregimes sorgten in Kürze für die „Entfernung aller Juden aus dem Kulturleben“. Rudolf Frank konnte nur noch wenige Veröffentlichungen unter Pseudonym erreichen, u.a. als Olga Becker, Wolfgang Ense, Otti Frank, William G. Frank, Gregor Mende, Ernst Moser, Ernst Reinhard, H. Rosbaud, Frank Ruddy, René Ruffener, Albert Rudolph, Ulrika von Schönhoff. 1936 emigrierte er nach Österreich.
Zuvor war, noch unter seinem richtigen Namen, der Roman „Ahnen und Enkel“ in einem jüdischen Verlagshaus erschienen – das Buch wurde von Vielen als Aufforderung an alle Juden verstanden, Deutschland zu verlassen. Österreich bot Rudolf Frank wenig Arbeitsmöglichkeit und nur für eine kurze Zeit Schutz – 1938 erfolgte die Annektion durch Nazideutschland und er hatte seine Flucht fortzusetzen, diesmal in die Schweiz. Wegen rigider Auflagen, wie einem Arbeitsverbot für Flüchtlinge, konnte Rudolf Frank auch weiterhin meist nur unter Pseudonym veröffentlichen; so z.B. 1939 als Ko-Autor das Drama „Kraft durch Feuer – Die Nacht vom 9. November 1938“, ein Stück über die Reichspogromnacht, das in Mainz und Frankfurt spielt.


Rudolf Frank kehrte nach 1945 nicht nach Deutschland zurück. Es blieb in Basel und arbeitete weiterhin in unterschiedlichen kulturellen Bereichen; selten als Schauspieler, regelmäßig aber als Theaterkritiker und Autor.


Er starb am 25. Oktober 1979 in Basel. Der Hamburger Historiker und Publizist Wilfried Weinke kuratierte eine erste große Ausstellung über den „Theatermann und Schriftsteller“ vom 17. September bis 23. Dezember 2010 in der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt am Main unter dem Titel „…ein sehr lebhaftes Vielerlei“.

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