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Karetnikov, Nikolaj Nikolaevic

H.A.M. 0

Nikolaj Nikolaevič Karetnikov
Komponist

Geb. 28 (oder 30.) 6. 1930 in Moskau/ UdSSR
Gest. 10.10. 1994 Moskau/ Russland


Am Moskauer Konservatorium studiert er bis 1953 u.a. Komposition bei Vissarion Shebalin und Klavier bei Tatyana Nikolaeva und erhält Privatunterricht von Philip Herschkovitz, einem Schüler von Alban Berg und Anton Webern . Beeinflusst durch die Musik der Neuen Wiener Schule, gehört Nikolaj Karetnikov zu den entschiedenen Förderern der Zwölf-Ton-Technik – und wird damit zur Zielscheibe einer “restriktiven sowjetischen Kulturbürokratie, die ihm nicht nur seinen zwölftönigen ‚Formalismus‘, sondern vor allem seine christliche Überzeugung übelnahm. 1962 verfügte das ZK der KPdSU ein völliges Aufführungsverbot für seine Sinfonien, Ballette und Kammermusikwerke, trieb damit ihn und seine Familie an den Rand des Existenzminimums“ (zitiert aus: http://www.zeit.de/1993/45/Ungeheilte-Wunden).


Karetnikovs 4. Symphonie wird 1968 in Prag uraufgeführt, kurz bevor sowjetische Truppen den “Prager Frühling“ gewaltsam zerschlagen. Sein drittes Ballett (“Klein Zaches genannt Zinnober“) kommt 1979 an der Oper in Hannover auf die Bühne – in Abwesenheit des Komponisten, dem die Behörden die Ausreise verweigert haben. Seinen Lebensunterhalt verdient sich Karetnikov in diesen Jahren mit dem Schreiben von gängiger Musik für Theater, Film und Fernsehen, setzt daneben aber auch heimlich das Komponieren ernsthafter Werke fort: Zwei umfangreiche Opernwerke  (“Till Eulenspiegel“ und “Das Mysterium des Apostel Paulus“) entstehen, deren öffentliche Aufführung allerdings weiterhin unmöglich ist. Nikolaj Karetnikov überzeugt das Moskauer Kino-Orchester schließlich, für ihn über Jahre hinweg eine Privataufnahme einzuspielen. Nach Fertiggstellung des Bandes werden die Stimmen hinzugefügt – das wohl einzige Beispiel einer Untergrund-Oper überhaupt.


Schlußendlich wird “Till Eulenspiegel“ 1993 in der Bielefelder Oper unter dem Dirigat von Geoffrey Moull uraufgeführt. “Das Mysterium des Apostel Paulus“ wird erst nach Karetnikovs Tod, am 4. August 1995, in Hannover zum erstenmal öffentlich gespielt.    


Quellen:

http://en.wikipedia.org/wiki/Nikolai_Karetnikov

http://www.zeit.de/1993/45/Ungeheilte-Wunden


Links (deutsch):

http://www.operone.de/komponist/karetnikov.html


International:

http://home.wanadoo.nl/ovar/karetnik.htm

http://www.mariinsky.ru/en/news1/interview/stepanyuk_intervior/

http://books.google.de/books?id=8_2a30fs438C&pg=PA498&lpg=PA498&dq=Nikolaj+Karetnikov%2BUntergrund-Musik&source=bl&ots=sWfghgMAVv&sig=kjf2-9x-IZfTJJHC9KSCJn8-_SY&hl=de&ei=r2HyS8bYE4n0nQOBi8WlDQ&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=3&ved=0CB4Q6AEwAg#v=onepage&q&f=false

http://www.eurasiacenter.org/publications/new_music_in_russia.ht

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