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Zadek, Hilde

H.A.M. 0

Hilde Zadek
Opernsängerin

Geb. 15.12.1917 in Bromberg (damals Ostpreußen)


„Das war 1934 in Stettin, ich war damals sechzehn, war die einzige Jüdin in der Klasse. Und eines Tages sagte eine Mitschülerin: ,Es stinkt hier nach Juden‘ – worauf ich automatisch ausholte und ihr die Vorderzähne einschlug. Was dazu führte, daß man mir nahe legte, Deutschland zu verlassen. Also ging ich nach Palästina.“ (Gespräch mit Thomas Voigt, in: Opernwelt 2/1996.)


Hilde Zadek ist eine deutsch-österreichische Opern-, Operetten-, Lied- und Konzertsängerin mit der Stimmlage Sopran. Sie arbeitet als Gesangspädagogin und unterrichtet an der Musikhochschule in Karlsruhe.
Ihre Jugendzeit verlebte Hilde Zadek in Stettin. 1935 musste sie wegen ihrer jüdischen Herkunft Deutschland verlassen und emigrierte nach Palästina. Dort absolvierte sie eine Ausbildung zur Säuglingsschwester und arbeitete u.a. im Birkor Sholim Hospital in Jerusalem. Ihre Eltern blieben in Deutschland und ihr Vater kam ins KZ Sachsenhausen. 1939 gelangten auch ihre Eltern und ihre beiden jüngeren Schwestern nach Palästina, nachdem sie ausreichend Geld hinterlegt hatte um ein Einreisevisum für ihre Familie zu erhalten. Zwischen 1940 und 1945 studierte Hilde Zadek Gesang an der Acadamy of Musich in Jerusalem. Ihre Gesangslehrerinnen waren Edit Boroschek und Rose Pauly. Ihr Studium  schloss sie 1945 mit Auszeichnung ab. Nach dem Krieg einen Schlussstrich zu ziehen fiel ihr sehr schwer: „Mindestens zehn Mitglieder meiner Familie sind vergast worden.“ Dennoch entschied sich Hilde Zadek, auch gegen den Widerstand von Freunden, für die Rückkehr nach Europa. Bei einem Stipendiatenaufenthalt 1945 in Zürich, wo sie Unterricht bei der angesehenen Lied- und Konzertsängerin Ria Ginster nahm, wurde Hilde Zadek von dem damaligen Direktor der Wiener Staatsoper Franz Salmhofer entdeckt. Nachdem er sie in der Wohnung seiner Patentochter hatte singen hören, lud er sie sofort zur „Vorstellung auf Engagement“. Es dauerte aber noch bis Anfang 1947, ehe Hilde Zadek nach Österreich einreisen konnte. Dort arbeitete sie mit Elisabeth Höngen an der Vervollkommnung ihrer Stimme und ihres Repertoires. Obwohl ihre Familie nach dem Krieg in die USA auswanderte, blieb sie in Wien.


An der Wiener Staatsoper debütierte Hilde Zadek am 3. Februar 1947 (im Alter von 30 Jahren) als Aida in der gleichnamigen Oper von Giuseppe Verdi. Ihr Debüt war ein sensationeller Erfolg und der Beginn einer kometenhaften Karriere. Mehr als 25 Jahre blieb die Kammersängerin der Wiener Staatsoper treu. Sie sang alle bedeutenden Opernrollen für Sopran von der Klassik über die Romantik bis zur Moderne. Zahlreiche Tonaufnahmen zeugen von ihrer stimmlichen Qualität, ihrer Expressivität und Musikalität.


Gastspielreisen führten die Sopranistin an alle großen Opernhäusern dieser Welt, nach New York, Moskau, London, Rom, Berlin, München, Paris, Lissabon, San Francisco, Amsterdam etc. Sie war häufiger Gast bei den Festspielen in Salzburg, Edinburgh, Glyndebourne und beim Holland Festival. Ein besonderer Markstein ihres künstlerischen Wirkens war ihre Mitwirkung bei den Salzburger Festspielen in der Uraufführung (6. August 1949) von Carl Orffs Antigone. 1972 zog sich Hilde Zadek von der Opernbühne zurück.


Von 1964 bis 1978 leitete Hilde Zadek die Gesangsabteilung am Konservatorium Wien und arbeitet auch heute noch als gefragte Gesangspädagogin. Für ihre herausragenden Leistungen erhielt sie diverse Ehrungen von der österreichischen Regierung, wie das österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst und die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold. Bis heute ist sie Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper.


Der nach ihr benannte Internationale Hilde Zadek Gesangswettbewerb findet seit 1998 im zweijährigen Turnus statt; seit 2003 in Zusammenarbeit mit der Hildegard Zadek Stiftung und der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.


Zusammengestellt von:

Hans Joachim Schneider


Links (deutsch):

www.tamarrachum.com

www.verstummtestimmen.de

www.diepresse.com

de/wikipedia.org/wiki/Hilde_Zadek

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