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Nissen, Rudolf

H.A.M. 0

Rudolf Nissen
Chirurg

Geb.    5.9. 1896 in Neisse
Gest. 22.1. 1981 in Riehen


Der Arzt-Sohn aus Oberschlesien beginnt nach dem Abitur am Humanistischen Gymnasium in Neisse 1913 sein Medizinstudium an der Universität Breslau. Seinen Wehrdienst leistet Nissen während des Ersten Weltkrieges in einem Sanitätsbataillon, setzt danach seine Studien in Marburg und Freiburg fort, wo er ab 1920  als Assistenzarzt arbeitet und folgt dann einem Ruf Ferdinand Sauerbruchs nach München. Ein Jahr nach seiner Habilitation geht Rudolf Nissen 1927 mit Sauerbruch an die Charité nach Berlin, wird hier sein Stellvertreter und 1930 zum außerordentlichen Professor berufen.


Kurz nach seiner Heirat am 29. Mai 1933 verläßt der Chirurg aufgrund seiner jüdischer Abstammung zusammen mit seiner Frau Nazi-Deutschland. Noch auf dem Weg in die  Emigration erreicht ihn ein Telegramm mit dem Angebot, Ordinarius für Chirurgie an der Universität Istanbul zu werden. Nissen folgt dieser (wahrscheinlich mit Hilfe von Sauerbruch initiierten) Einladung und nimmt  seine Arbeit am 1. Oktober 1933 auf. In den folgenden sechs Jahren seiner Tätigkeit am Bosporus  kann Rudolf Nissen – im Rahmen der kemalistischen Hochschulreform – eine Universitätsklinik nach Sauerbruch’schem Vorbild aufbauen und gilt bald als herausragende Kapazität auf dem Gebiet der Thorax-Chirugie in der Türkei.   


Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 macht ihn allerdings erneut zum Emigranten: er geht in die USA, wo er von 1939 bis 1941 als Research Fellow of Surgery am Massachussetts General Hospital in Boston tätig ist, anschliessend bis 1952 in New York als Chief of Division des Surgical Department am Jewish Hospital Brooklyn operiert,  das Amt des Director of Surgery am dortigen Maimonides Hospital innehat und – neben der  Tätigkeit in seiner privat-chirurgischen Ambulanz  –  einen Lehrauftrag am Long Island College of Medicine wahrnimmt.


Fünf Jahre nach Kriegsende erhält Rudolf Nissen 1950 einen Ruf nach Hamburg. Geprägt von seinen amerikanischen Erfahrungen plädiert er bei seinen Einstellungs-Verhandlungen für die radikale Erneuerung der deutschen Narkose-Medizin und den Aufbau einer eigenständigen Anästhesie-Abteilung. Als ihm dies jedoch verwehrt wird, übersiedelt der Sauerbruch-Schüler 1952 schließlich in die Schweiz, wo er bis 1967 an der Universität Basel lehrt. Im selben Jahr noch wird Rudolf Nissen, in Anerkennung seiner Verdienste um die Chirurgie, zum Präsidenten des Gründungsvereins der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität München gewählt. Nach seiner Emeritierung führt er noch bis 1970 eine private Praxis in seiner Wahlheimat Basel.


Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Nissen

http://ats.ctsnetjournals.org/cgi/content/full/69/2/651


Links (deutsch):

http://www.antiquario.de/a_autoren/ni/Nissen_Rudolf.html

http://query.staatsarchiv.bs.ch/query/detail.aspx?ID=438395

02 Der deutsche chirufg_Oya Regine Erichsen Zur Wirkungsgeschichte der deutschsprachigen …                


International:

http://www.whonamedit.com/doctor.cfm/2594.html

http://ats.ctsnetjournals.org/cgi/content/abstract/29/4/390?ck=nck

Rudolf Nissen’s years in bosphorus and the pioneers of thoracic …      

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