Drücke „Enter”, um zum Inhalt zu springen.

Zweig, Friderike Maria

H.A.M. 0

Friderike Maria Zweig (auch: F. M. Winternitz, F. M. Zweig-Winternitz)
Schriftstellerin, Übersetzerin, Journalistin und Lehrerin


Geb. 12.4. 1882 in Wien/ Österreich-Ungarn
Gest. 18.1. 1971in Stanford (Connecticut/USA)


„Liebe Friderike,

..Ich schicke Dir diese Zeilen in den letzten Stunden, Du kannst Dir nicht vorstellen, wie froh ich mich fühle, seit ich diesen Entschluß gefaßt habe. Gib den Kindern meine lieben Grüße und beklage mich nicht – denke an den guten Joseph Roth und Rieger, wie froh ich immer war, daß sie diese Prüfungen nicht zu überstehen hatten. Alles Liebe und Freundschaftliche und sei guten Mutes, weißt Du doch daß ich ruhig und glücklich bin.“

(Stefan Zweig, Petropolis, 22. 2. 1942)


Die Tochter aus einem großbürgerlichen Elternhaus studiert Französisch und Literatur. Der 1902 geschlossenen Ehe mit Dr. Felix von Winternitz entstammen die Töchter Alix Elisabeth und Susanne. Es folgen erste Veröffentlichungen in Westermanns Monatsheften, in der Wiener Zeitung und der Vossischen Zeitung und ab 1910 Bücher unter dem Namen Friderike Maria Winternitz. Darunter Der Ruf der Heimat (1914) und Vögelchen (1919).


Bereits 1912 hat sie den Schriftsteller Stefan Zweig kennengelernt; aus dieser Bekanntschaft entsteht eine langjährige Verbindung. 1919 beziehen beide eine Villa am Kapuzinerberg in Salzburg und heiraten im darauffolgeden Jahr. In der Folgezeit unterstützt Friederike Zweig ihren Mann – unter Hintanstellung ihrer eigenen schriftstellerischen Tätigkeit – bei seiner Arbeit, recherchiert für ihn in Archiven, besorgt Literatur und übernimmt alle Sekretariatsarbeiten und einen Teil der Korrespondenz. Daneben profiliert sich die studierte Romanistin als Übersetzerin von Werken französischer Schriftsteller wie Paul Verlaine, Émile Verhaeren, Anatol France und Theophil Gautier.


1934 wird das Haus der Zweigs am Salzburger Kapuzinerberg von Polizei nach Waffen durchsucht – Stefan Zweig emigriert daraufhin nach London. Seine Frau bleibt zunächst in Österreich; das Haus muß verkauft und die formale Abwiclung der endgültigen Übersiedlung erledigt werden. Mittlerweile haben sich die Eheleute jedoch einander entfremdet und Friderike Zweig beschließt, mit ihren beiden Töchtern aus erster Ehe in Salzburg zu bleiben, wo sie 1938 auch von Stefan Zweig geschieden wird. Dennoch bleibt sie ihm bis zu seinem Lebensende im südamerikanischen Exil freundschaftlich verbunden..

Im März 1938 wird Friderike Zweig in Paris während der Recherchen für eine Pasteur-Biographie vom Anschluß Österreichs an Hitler-Deutschland überrascht. Nach der Arisierung des elterlichen Hauses fliehen nun auch die beiden Töchter und deren Ehemänner zur Mutter nach Paris.


Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und die heranrückenden deutschen Truppen zwingen Friderike Zweig erneut zur Flucht. Noch 1940 erreicht sie mit einem Notvisum New York, wo sie 1941 Stefan Zweig mit seiner zweiten Frau besucht, auf der Suche nach Unterstützung für seine Lebensabrechnung Die Welt von Gestern. Am 22. Februar 1942 nehmen sich Stefan und Lotte Zweig – „aus Kummer über die Ausweitung des Weltkriegs und die Barbarisierung Europas“- im brasilianischen Petropolis mit einer Überdosis Veronal das Leben.

Eingedenk der vielfältigen Probleme von Exilanten gründet Friderike Zweig 1943 im US-Exil das Writers Service Center zur Unterstützung von Schriftstellern, hilft bei der Vermittlung von Manuskripten zu Verlegern und Übersetzern und bei der Klärung von Urheberrechten, organisiert Lektoratsarbeiten, Lesungen und Vorträge.

Neun Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges schließlich ruft sie 1954 die American-European-Friendship-American-European-Friendship-Association ins Leben und schlägt damit eine Brücke der Freundschaft zwischen den Feinden von gestern. Die Ehrenpräsidentin der Internationalen Stefan-Zweig-Gesellschaft verfaßt mehrere biographische Werke über Stefan Zweig darunter Stefan Zweig. Wie ich ihn erlebte (1947) und Stefan Zweig Eine Bildmonographie (1961).


Quelle:

http://www.literaturepochen.at/exil/a5562.html


Links (deutsch):

http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.z/z903765.htm

http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/germ2/verboten/aus/zweig_briefe.html


International:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.