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Webern, Anton

H.A.M. 0

Anton Webern (eigtl. Anton Friedrich Wilhelm von Webern)
Komponist


Geb. 2.12.1883 in Wien/ Österreich-Ungarn
Gest. 15.9.1945 in Mittersill b. Salzburg/ Österreich


Anton WebernAls Innere Emigration haben nicht wenige Künstler in Deutschland und Österreich nach dem Ende der Hitler-Diktatur ihr Verbleiben in der Heimat verklärt. Bei einem aber kann mit Fug und Recht davon gesprochen werden, nämlich bei Anton Webern


Von 1935 bis zu seinem tragischen Lebensende lebte dieser Komponist, der junge Komponisten wie Pierre Boulez oder Karlheinz Stockhausen stark beeinflusst hat, in immer größerer Zurückgezogenheit. Neutöner wie Werbern waren erst verpönt, dann als entartet gebranntmarkt und damit wurden völlig auf die Seite gedrängt. In Österreich bekommt Anton Webern in vorauseilendem Gehorsam zwei Jahre nach der „Machtergreifung“ der Nazis in Deutschland kaum noch Dirigate. Seine ökonomischen Verhältnisse werden immer schwieriger. Nur mühsam kann er sich mit Privatunterricht ernähren und wird ein Opfer jener Kulturkatastrophe, welche die Deutschen über Europa bringen.


In der inneren Emigration entstehen in seinem letzten Lebensjahrzehnt die kompositorische Arbeiten op. 25-31. Vor den anrückenden Soldaten der Roten Armee flieht Webern nach Mittersill, wo er in vermeintlicher Notwehr von einem amerikanischen Besatzungssoldaten im Dienst erschossen wird.


Anton Weberns Vater war Bergbauingenieur in Graz und Klagenfurt, wo der Sohn besuchte und Privatunterricht in Klavier, Violoncello und Kompositionstheorie erhielt. Zur Belohnung für das bestandene Abitur spendierte ihm der Vater 1902 einen Besuch der Wagner-Festspiele in Bayreuth, was bei dem jungen Mann einen bleibenden Eindruck hinterließ und sicherlich auch seinen beruflichen Werdegang beeinflusste.Ab Herbst 1902 bis 1906 studierte er an der Wiener Universität Musikwissenschaft bei Guido Adler und 1906 promovierte zum Dr. Phil. mit einer Studie über den Choralis Constantinus von Heinrich Isaac.

Doch bereits 1904 war er (bis 1908) zusammen mit Alban Berg Kompositionsschüler bei Arnold Schönberg in Wien. Von 1908 bis 1920, mit Unterbrechung durch den Militärdienst 1915-1916, war Anton Webern Korrepetitor und Kapellmeister an den Theatern in Bad Ischl, Wien, Teplitz, Danzig, Stettin und Prag, seit 1920 dauernd in Wien, Dirigent und Pädagoge, Leiter des Wiener Schubertbundes bis 1922, des Mödlinger Männergesangvereins bis 1926, der Wiener Arbeiter-Sinfoniekonzerte, Chormeister des Wiener Arbeiter-Singvereins, 1927 ständiger Dirigent am österreichischen Rundfunk und ab 1930 sogar Lektor. 1924 und noch einmal 1932 wurde er mit dem Musiikpreis der Stadt Wien ausgezeichnet.


Als Dirigent inzwischen entstandener eigener und fremder Werke gastierte Webern mehrfach in der Schweiz, in England, Spanien und Deutschland. Als Komponist hatte Anton Webern im spätromantischen Stil begonnen, um dann einer der Hauptvertreter des musikalischen Expressionismus zu werden. Durch klangliche und rhythmische Musikaufspaltung gelangte er zu einem äußerst differenzierten (punktuellen), streng konstruktiven Stil der Zwölftonmusik. Er komponierte Kantaten, Lieder, Chöre, Klavierstücke, Orchester- und Kammermusik.


Literatur:

W. Kolneder: A. Webern. Einführung in Werk und Stil, 1961;
W. Reich: A. Webern, 1961;
H. Moldenhauer: The Death of A. Webern, 1961;
F. Wildgans: A. Webern, 1966;
F. Döhl: Weberns Beitrag zur Stilwende der neuen Musik, 1976; H. Moldenhauer: A. Webern, 1979;
M. Hayes: A. von Webern, 1995.


Links (deutsch):


International:

http://www.antonwebern.com

http://www.uv.es/~calaforr/Webern/webern.htm

http://w3.rz-berlin.mpg.de/cmp/webern.html

http://graham.main.nc.us/~bhammel/MUSIC/webern.html

http://www.classical.net/music/comp.lst/webern.html

http://mac-texier.ircam.fr/textes/c00000109

http://www.bbc.co.uk/music/profiles/webern.shtml

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